Slow-Motion

Jeden Morgen wenn ich vor 8 Uhr auf unseren Straßen unterwegs bin,  fällt mir auf, dass wir nicht mehr gehen wir laufen nur noch. Der Kaffee in der Hand wird im Schritttempo geschlürft, das Brötchen aus der Tüte am Weg verschlungen.

Kinder laufen neben Ihren hastenden Eltern hinterher. Die kleinen Füße laufen und springen, damit sie dem Tempo überhaupt nachkommen können. „Schnell, schnell, schneller“ scheint es in unseren Köpfen zu ertönen. Ein Termin nach dem anderen.

Das Gefühl immer schon zu spät zu sein, hat sich in unser Hirn eingebrannt. Wann sind wir das letzte Mal in unserem eigentlichen, ganz individuellen Tempo  gegangen? Wann haben wir bewusst DAS GEHEN wahrgenommen?

Denken Sie manchmal darüber nach?  

 

Die Autos auf den Straßen überholen sich wie auf der Rennstrecke. Jeder will der Erste sein. Rechts und links werden wilde Überholmanöver gestartet. Es kommt mir so vor, als ob wir unsere Zeit immer nach laufen. Generell geht es keinem schnell genug.

Immer „dauert es zu lange“. Erinnern wir uns eigentlich noch manchmal an die Zeit vor Internet und Globalisierung zurück? Eine Zeit ohne 24-Stunden Bestell-Lieferservice. Und wenn es dann doch heute mal 25 Stunden dauert, ist es uns schon wieder viel zu langsam.

 

Ich frage mich, sind wir unserer Zeit schon weit vorausgeeilt?  Sind die 24 Stunden, die ein Tage hat, immer noch gleich lang als vor 10 Jahren z.B.?  Was ist der Wert der Zeit generell?  Und der alte Spruch „Zeit ist Geld“?  Nimmt dieser in der heutigen Zeit einen ganz neuen Stellenwert ein? Was früher soviel geheißen hat wie : „Wer schneller ist, ist klar im Vorteil und spart Geld!“  Können wir heute diesen Satz so vestehen: „ Wer es sich leisten kann, hat Zeit!“  Weiter gedacht, könnte man sagen: wirklich reich ist der, der Zeit hat  oder der sich die Zeit nehmen kann und will! Somit rechnen wir doch heute ganz klar in einer anderen Währung : die Zeit. Die Zeit hat den Münzen und Scheinen schon lange den Rang abgelaufen. So empfinde ich es, wenn ich die Schnelllebigkeit in unseren Ländern, Städten, Häusern und in den Menschen beobachte.

 

Es täte doch uns und unseren Seelen wieder gut, ein paar Schritte langsamer zu gehen und uns sowie unsere Umwelt wieder bewusst wahrnehmen.

Lassen wir uns auf den Selbstversuch ein? Was passiert wenn wir uns täglich nur 2 Minuten Zeit nehmen? Nehmen wir uns bewusst 2 Minuten aus dem Alltagsgeschehen und der Hektik heraus. Setzen uns in Ruhe hin und spüren uns – spüren unseren Atem und lassen einfach nur los. 

 

Haben wir dadurch wieder mehr Lebensqualität? Ich denke ja. Auch wenn die Welt da draußen die Nacht zum Tag macht, wir können bei uns im inneren bleiben – eine kurze Auszeit nehmen und einfach verweilen.

 

Überlassen wir den täglichen Kampf mit der Uhr; der meist schon morgens beginnt und erst spät abends endet, den anderen.

Denn sonst werden wir die tägliche Fülle an Aktivitäten (wie Termine, Fitness, Sozial Living und Lifestyle) nicht mehr gesund überleben, haben weder Freude daran noch tut es uns gut.

 

Einfach zu leben wieder einen Gang runter zu schalten und die kleinen Dinge zu schätzen. Ich denke es ist eine große Herausforderung für den Menschen in dieser Zeit, aber es ist mit Sicherheit nicht zu spät.  

Beginnen wir einfach mit unserem Leben und stellen wir fest: es geht doch so EINFACH! 

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